PREISTRÄGER 2016

2016

Die Texte zu den Preisträgern beziehen sich auf den Zeitpunkt der Auszeichnung.

Andreas Caminada, ***Fürstenau

Große Kochkunst

Mit 33 Jahren wurde Andreas Caminada jüngsten Drei-Sterne-Koch der Schweiz. Seit 2010 hält er mit seinem Restaurant in Schloss Schauenstein in Fürstenau dieses Niveau. Der Graubündener Spitzenkoch arbeitet mit dem ursprünglichen Geschmack der saisonalen Alpenprodukte. Durch unerwartete Kombinationen und Darreichungsformen fügen sich alle Bestandteile am Ende zu einem kulinarischen Ganzen. Seine Stiftung „Fundaziun Uccelin“ (rätoromanisch „Vögelchen“) fördert seit 2016 talentierte in- und ausländische Koch- und Servicekräfte, um die Qualität der Schweizer Spitzengastronomie langfristig zu sichern.

Dominique Crenn, **San Francisco                   

Innovation

Dominique Crenn vereint Kreativität mit großem handwerklichen Können und einer innigen Liebe zu Präzision. Sie ist davon überzeugt, dass Essen die Menschen in der gleichen Weise berühren kann, wie ein Gedicht, ein Lied oder ein Gemälde. Die Speisekarte ist ein Gedicht, die einzelnen Speisen verbergen sich hinter Zeilen wie: „Spaziergang im Wald“, „Die trägen Bewegungen dieser Geschöpfe“ oder „Ich berühre die Erde und spiele“. Ihr „Atelier Crenn“ bescherte ihr als erster Küchenchefin Amerikas 2012 zwei Michelin-Sterne. 2016 wurde Dominique Crenn von „World’s 50 Best Restaurants“ zum „Weltbesten weiblichen Küchenchef“ ernannt.

Viktualienmarkt München

Lebenskultur

Mit über 110 Händlern für Lebensmittel, Feinkost und Blumen ist der Viktualienmarkt ein Aushängeschild Münchens. Eckart Witzigmann: „Für mich war der Viktualienmarkt immer ein Ort der Inspiration. Hier findet man Zeit für ein anregendes Gespräch. Grundlage für eine gute Küche sind Spitzenprodukte und diese bekommt man vor allem hier am Viktualienmarkt.“ Stellvertretend für den ganzen Markt nehmen Elke Fett, mit ihrem Stand für Trockenblumen, „Duftschmankerl“, Manuela Wilkerson von „Teltschiks Wurststand“ und Marina Bröckelt von „Marinas Feinkost“ den Preis entgegen. Elke Fett: „Dass sich die internationale Sterne-Küche so um das Regionale und Lokale bemüht, freut uns besonders. Wir sind stolz auf unsere Arbeit und unsere Herkunft.“

Sebastian Copeland, Los Angeles

Kreative Verantwortung und Genuss (von der BMW Group mit 10.000 Euro dotiert)

Sebastian Copeland ist Polarforscher, Umweltaktivist, Abenteurer und ein vielfach ausgezeichneter Fotograf. Er hält Vorträge vor den Vereinten Nationen und dem World Affairs Council, veröffentlicht Bücher und Filme und warnt anschaulich vor den Folgen des Klimawandels – in den Polregionen und auf der ganzen Welt. Im Februar 2017 bricht er mit Skiern vom kanadischen Festland zum Nordpol auf. Das ist die wahrscheinlich letzte Expedition über das Eis, denn in den vergangenen 30 Jahren hat sich die Eisdecke der Arktis mehr als halbiert, was eine Überquerung in Zukunft unmöglich macht.

Julia und Tobias Moretti, Ranggen

Ehrenpreis

Der Schauspieler Tobias Morretti und seine Frau Julia leben auf einem 400 Jahre alten Bergbauernhof mit 35 Hektar in Tirol. Das Ehepaar setzt sich aktiv für regionale Wertschöpfung, eine nachhaltige Steigerung des allgemeinen Qualitätsbewusstseins und die Wahrung der Artenvielfalt ein. Unter anderem züchten die Morettis die älteste Rinderrasse Tirols „Tux-Zillertaler“ für eine eigene Vermarktungslinie. „Dieser Preis ist eine Ehre für uns, vor allem aber ein Auftrag, unseren Weg weiter zu gehen“, so Julia Moretti. Ihr Ehemann Tobias sagt über die Zukunft der alpinen Landwirtschaft: „Es hat uns sehr geärgert, dass einerseits Ursprünglichkeit und Natürlichkeit Modewörter der modernen Gesellschaft geworden sind, man andererseits von dieser Art der Landwirtschaft bisher nicht überleben konnte. Wir wollten einen Gegenentwurf zeigen und ich denke, dass haben wir geschafft.“