ECKART – DER PREIS

ECKART 2013: Der Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann würdigt seine Kollegen Robuchon, Atala und Fehling, Auszeichnung für Lebenskultur geht an Martina Gedeck

Der Preis in der Kategorie „Große Kochkunst“ gehört dem Franzosen Joël Robuchon, seit Jahrzehnten einer der renommiertesten und einflussreichsten Vertreter der internationalen Gourmet-Gastronomie. Der 68-jährige Robuchon, der seit 1994 wie Witzigmann den von Gault & Millau verliehenen Titel „Koch des Jahrhunderts“ trägt, ist zugleich einer der erfolgreichsten Unternehmer der Sterne-Küche mit zahlreichen Restaurants zwischen New York und Tokio. Sein Laudator, der frühere französische Kulturminister Jack Lang, sagte: „Es ist der Zusammenschluss von fruchtbarer Phantasie und Treue zum Produkt und zur Tradition, der Robuchon einzigartig macht.“

Der „ECKART 2013 für Innovation“ ging an Kevin Fehling. Der 36-jährige Norddeutsche ist einer der weltweit jüngsten Köche, die jemals mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurden. Im Restaurant des Hotels „Columbia“ in Travemünde begeistert er seine Gäste mit äußerst kreativen und oftmals überraschenden Kompositionen aus regionalen und internationalen Zutaten. „Es ist für mich eine riesige Ehre“, sagte Fehling, „allein, hier zu sitzen: Ich fühle mich ein bisschen wie Philipp Lahm bei seinen ersten Länderspielen.“

Einen von der BMW Group ausgelobten Förderpreis wird Alex Atala für die grundlegende Erforschung im Verhältnis von Mensch und Essen verwenden. „Wir alle sind besorgt um den Schutz der Natur, der Wälder, Flüsse und Meere“, erklärte Atala, „aber wir müssen auch an die Menschen denken, die dort leben. Es geht mir um die Stärkung der regionalen Vielfalt, biologisch, landwirtschaftlich und sozial, um gutes Essen für alle Menschen zu bekommen, das auch gut für die Umwelt ist. Kochkunst ist ein wichtiges Werkzeug, um beides in Einklang zu bringen.“

Vervollständigt wird das diesjährige Preisträger-Quartett von der in München geborenen Schauspielerin Martina Gedeck, die den „ECKART 2013 für Lebenskultur“ erhält. Die vielseitige Darstellerin hat in vielen erfolgreichen Filmen mitgespielt, so auch in „Bella Martha“, wo sie in der Rolle als Küchenchefin auf der Suche nach dem richtigen Rezept für ein glückliches Leben brillierte. Zu den Parallelen zwischen Koch- und Schauspielkunst sagte Gedeck: „Wenn das Klare, Pure, Einfache gelingt – darin zeigt sich wahre Meisterschaft.“

Mit dem Internationalen Eckart Witzigmann Preis werden seit 2004 Persönlichkeiten geehrt, die sich für das Kochen und die Esskultur in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Seit 2012 wird der ECKART in drei Kategorien vergeben:

– Koch-Kunst
– Innovation
– Lebenskultur

Das Galadinner zu Ehren der Preisträger wird mit überwiegend regionalen Produkten zubereitet. Dazu werden große Weine von den besten Weingütern ausgeschenkt.

Kochen auf höchstem Niveau steht für die Spitze der Kochkunst. Dabei geht es nicht nur um Genuss, sondern darüber hinaus um Fragen, die uns alle zunehmend beschäftigen: Qualität, nachhaltiges Wirtschaften und regionaler Bezug.

Köche haben eine hohe Verantwortung. Insofern tragen alle, die ausgezeichnet werden, eine wichtige Botschaft mit: Die Freude am Genuss ist eine entscheidende Grundlage für die Freude am Leben. Dass gerade Kinder und Jugendliche von ihren Eltern diese Lebenskunst lernen und erfahren, wie wichtig eine gute und gesunde Ernährung ist, das ist uns allen ein großer Herzenswunsch.

Eckart Witzigmann

Das Essen und seine Rituale sind wesentlicher Teil unseres alltäglich gelebten Kultur. Von jeher verlangt das Kochen Gestaltung. Stets geht es um kreative Wechselspiele von Tradition und Vision. Diese Herausforderung müssen wir uns als Köche immer aufs Neue stellen, so kreativ wie qualitätsbewusst. Unsere professionelle Verantwortung verlangt es, Maßstäbe zu setzen. Wie glaubhaft und überzeugend wir dabei sein können, hängt aber nicht zuletzt von dem Image ab, das unser Berufsstand in der Öffentlichkeit genießt. Und da bleibt nach wie vor noch manches zu tun. Was unserer Branche allzu lange fehlte, war eine unabhängige, sozusagen akademische Auszeichnung, die einzig und allein der Qualität verpflichtet ist.

Den ECKART in München zu verleihen, ist eine gute Wahl. Die Idee, gerade ihm meinen Namen zu geben, habe ich als ganz besondere Ehre und Herausforderung zugleich empfunden. Bietet der Preis mit seiner strengen Qualitätsorientierung doch die Chance, jenen Maßstäben, denen wir sonst am Herd zu genügen versuchen, nun auch öffentlichkeitswirksamer zur Geltung zu verhelfen – nicht nur zum Vorteil des einzelnen Gastes, sondern für die Esskultur überhaupt.