PREISTRÄGER 2006

2006

Thomas Keller, ***Per Se, New York City; ***French Laundry, Napa Valley
Große Kochkunst

Geboren im Süden Kaliforniens, begann seine Liebe zur Kochkunst, als er im Restaurant seiner Mutter arbeitete. Seine Leidenschaft für das Kochen führte Thomas Keller 1983 nach Frankreich, wo er in den Küchen von Guy Savoy, Michael Pasquet, Gerard Besson, Taillevent, Le Toit de Passey, Chiberta und Le Pré Catelan den Grundstein legte für seine kulinarische Weltkarriere.

Zurück in New York im Jahr 1984, gewann er hohe Aufmerksamkeit in „La Reserve“ und im Restaurant „Raphael“, bevor er 1986 sein erstes eigenes Restaurant „Rakel“ eröffnete. Mit dem Ziel, ein Französisches Drei-Sterne-Restaurant „auf dem Land“ zu führen, kaufte Thomas Keller „The French Laundry“ 1994 im Herzen von Napa Valley. Sein Restaurant in New York per se ist als bestes Restaurant in den USA bewertet.

Heute ist Thomas Keller weltberühmt für seine Innovationskraft und seine völlige Hingabe zur Großen Kochkunst. Sein Kochbuch „The French Laundry“ wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, auch als Kochbuch des Jahres.

Dieter Kosslick, Berlin
Kulturthema Essen in Literatur, Wissenschaft und Medien

Geboren 30. Mai 1948 in Pforzheim. Kosslick studierte an der Münchner Universität Kommunikationswissenschaften, Politik und Pädagogik. 1979 ging er nach Hamburg, um dort als Persönlicher Referent, Redenschreiber und Büroleiter des Presseservice 9. Oktober 2006 Ersten Bürgermeisters Hans-Ulrich Klose und später als Pressesprecher der Leitstelle für die „Gleichstellung der Frau“ zu arbeiten.

1983 begann er seine Tätigkeit in der Filmförderung, zunächst als Geschäftsführer der kulturellen Filmförderung Hamburg (Hamburger Filmbüro). 1986 gründete er dort das Europäische Low Budget Forum mit dem „Kino auf der Alster“. 1988 wurde er Geschäftsführer der wirtschaftlichen Filmförderung der Hansestadt (Film Fonds Hamburg). 1992 holten das Land Nordrhein-Westfalen und der WDR Dieter Kosslick an den Rhein, um dort als Geschäftsführer die Leitung der gerade ein Jahr alten Filmstiftung NRW zu übernehmen. Im Jahr 2000 wurde Dieter Kosslick vom Land Berlin und der Bundesregierung berufen, die Leitung der Internationalen Filmfestspiele Berlin („Berlinale“) zu übernehmen.

Am 1. Mai 2001 hat er seine neue Aufgabe als Berlinale-Direktor aufgenommen. 2006 stellte er das Nachwuchs-Begleitprogramm „TalentCampus“ unter das Motto „Hunger, food and taste“. Hunderte junger Filmemachern wurden auf diese Weise angeregt, Videos zum Thema Ernährung zu produzieren. Kosslick ist Mitglied von Slow Food und kooperiert mit dem Filmfestival „Slowfoodonfilm“, das von Carlo Petrini, dem Witzigmann-Preisträger von 2004, begründet wurde.

Cornelia Poletto, *Cornelia Poletto, Hamburg
Nachwuchsgastronomen und Nachwuchsförderung

Geboren 1971 in Hamburg. Ihre Ausbildung erhielt sie von 1992 bis 1995 beim Drei-Sterne-Koch Heinz Winkler in Aschau.

Seit 2000 ist sie Küchenchefin und zusammen mit Ehemann Remigio Inhaberin des Hamburger Restaurants „Poletto“. Seit 2001 erhält Cornelia Poletto für ihre Kochkunst regelmäßig einen Stern im Guide Michelin. Der GaultMillau bewertet sie seit 2004 mit 16 Punkten, und in der Ausgabe 2005/06 des „Feinschmecker“, der das „Poletto“ 2003 zu den zehn besten „ausländischen Restaurants in Deutschland“ rechnet, erhält sie drei „F“s.

Frédy Girardet,*** Féchy (Lausanne)
Lebenswerk

Geboren am 17. November 1936 in Lausanne. Dass er zu den ganz großen seiner Zunft zählt, lässt sich schon 1975 erkennen, als ihm die Tester von GaultMillau, wenige Jahre nachdem er das väterliche „Restaurant de l’Hôtel de Ville“ in Crissier übernommen hat, die höchste Auszeichnung, den „Clé d’Or“ verleihen.

Unter seiner Leitung gelangt das Restaurant zur Weltspitze: Die International Herald Tribune nennt es die „Nummer 1 unter den Feinschmeckerrestaurants der ganzen Welt“. Girardet wird Ritter der Ehrenlegion, sein Name wird in das Larousse-Lexikon eingetragen.

1989 schließlich erhält er die höchsten Weihen: Er wird zum „Koch des 20. Jahrhunderts“ ernannt. Joel Robuchon schwärmt über ihn, Girardet unterwerfe sich keiner Mode, denn er sei ohnehin jedem Trend voraus. Girardet nicht zu kennen ist gleich Mediziner zu sein ohne zu wissen, wer Hippokrates war.